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Christian Ernst Wünsch *1744 †1828
Biografie | Quellen | Links

1744   Christian Ernst Wünsch wird am 31. Oktober als Sohn eines Webers in der Mediatstadt Hohenstein im Schönburgischen geboren.
...   Nach dem frühen Tod seines Vaters verbringt er eine armselige Kindheit als Webstuhl- und Laufjunge bei Brot, Kartoffeln und Salz. Schulbildung bei einem engstirnigen, brutalen Herrnhuter.
...   Wandergesellenjahre. Rückkehr auf Wunsch der Mutter. Webermeister. Durch einen Kalender machenden Webermeister erwecktes Interesse an der Wissenschaft. Selbststudium in Mathematik und Astronomie.
...   Nach dem Tod der Mutter erfolgloser Versuch als hausierender Händler. Mathematische Bücher im Gepäck, Wanderung nach Leipzig, um von dort weiter nach Holland und Indien zu gelangen. In Leipzig wird sein Talent entdeckt und und nach Kräften gefördert. Er erhält eine vorläufige Stelle im Convictorium und ein Dreigroschenbrot wöchentlich, um nicht zu verhungern. Er kopiert von Hand Kollegienhefte und Porträtiert Studenten, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.
1769   Im August erscheint ein großer Komet am Himmel. Wünsch konstruiert hölzerne Kometenplanetarien, die sich sehr gut verkaufen und ihm eine ordentliche Konviktstelle und ein Meißner Prokuratorstipendium einbringen.
1772   In der Theologie ein halber Ketzer und Jura scheuend, da er die Verteidigung offenbarer Ungerechtigkeiten würde übernehmen müssen, Aufnahme eines Medizinstudiums.
1776   Abschluss des Studiums mit einem Doktor der Medizin und der Philosophie.
1783   in Leipzig erscheint anonym sein Buch "Horus oder astrognostisches Endurteil über die Offenbarung Johannis und über die Weissagungen auf den Messias wie über Jesum und seine Jünger". Darin führt er Teile der Bibel auf ägyptischen Glaubensvorstellungen und biblische Wunder auf einfache Zaubertricks zurück. Das Buch findet starke Beachtung, wird viel verdammt und bringt ihm wohl seine Berufung an die Frankfurter Universität Viadrina ein.
1784   Berufung zum Professor der Mathematik und Physik an der Frankfurter Universität Viadrina.
1825   Feier seines Magisterjubiläums.
1828   Christian Ernst Wünsch stirbt am 28. Mai als emeritierter Professor in Frankfurt (Oder).

Quellen [TOP]

  1. Allgemeine Deutsche Biographie. - München; Leipzig. 1912 (Band 56: Generalregister)
  2. Das gelehrte Sachsen : oder Verzeichniß derer in den Churfürstl. Sächs. und incorporierten Ländern jetztlebenden Schriftsteller und ihrerSchriften / Weiz, Friedrich August. - Leipzig. - 1780
  3. La Prusse littéraire sous Frederic II / Denina, Carlo. - Berlin. - 1790-91 (3 Bde)
  4. Historisch-biographisches Lexicon der Tonkünstler, welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller enthält / Gerber, Ernst Ludwig. - Leipzig. - 1790-91 (2 Teile)
  5. Das gelehrte Teutschland oder Lexikon der jetzt lebenden teutschen Schriftsteller / Hamberger, Georg Christoph; Meusel, Johann Georg. - 5. Aufl. - Lemgo. - 1796-1834 (23 Bde)
  6. Neuer Nekrolog der Deutschen. - Ilmenau. - 1824-56 (30 Bde)
  7. Biographisch-bibliographisches Quellenlexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts / Eitner, Robert. - Leipzig. - 1900-1904 (10 Bde)
  8. Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften : enthaltend Nachweisungen über Lebensverhältnisse und Leistungen von Mathematikern, Astronomen, Physikern, Chemikern, Mineralogen, Geologen usw. aller Völker und Zeiten / Poggendorff, Johann C.. - Leipzig. - 1863 (Bd I: A-L; Bd II: M-Z)
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