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Ludwig Gustav von Thile *1781 †1852
Biografie | Quellen | Links

Biografie [TOP]
1781   geboren am 11. November in Dresden als Sohn des Alexander Heinrich v. Th.
1791   Unterricht durch einen von Kant empfohlenen Hauslehrer
1795   Eintritt in das preußische Heer als Gefreiter-Korporal in das Infanterieregiment seines Vaters (Nr. 46), daß zu der Zeit in Warschau stand.
1797   Beförderung zum Lieutenant. Seine regen geistigen Interessen führten ihn in eine literarische Gesellschaft.
1804   Berufung nach Berlin in den Generalstab.
1806   Teilnahme an der Schlacht bei Jena, dem Rückzug nach Lübeck und der Belagerung von Danzig. v. Th. erwarb sich den Orden pour le merite.
1807   am 5. Juni Beförderung zum Stabscapitän im Generalstabe, am 6. Dezember zum wirklichen Kapitän.
1811   dem General von Blücher in Pommern zur Dienstleistung zugeteilt.
1812   am 12. Februar Beförderung zum Major. Auf Empfehlung Scharnhorsts ab 12. März wichtige und einflußreiche Stellung als vortragender Adjutant beim König und Direktor der Abteilung für persönliche Angelegenheiten im allgemeinen Kriegsdepartement.
1814   in dem Gefecht von Fère Champenoise am 25. März legt er unter den Augen des Königs Friedrich Wilhelm IV. ein Probe hervorragender persönlicher Tapferkeit und Geistesgegenwart ab. Ernennung zum Oberstlieutenant und Verleihung des eisernen Kreuzes erster Klasse. Im Gefolge des Königs Friedrich Wilhelm IV. Teilnahme am Wiener Kongreß.
1815   Beförderung zum Obersten im Juni.
1816   Seine steile Karriere war ihm durchaus nicht angenehm, weil er Mißvergnügen im Heere befürchtete. Sein ausgleichendes Amt brachte im zwangsläufig Feindschaften ein. Ein Duell mit Rittmeister von Gotschitzky gab ihm den äußeren Anlaß von seinem Amt zurückzutreten. Anschließende Festungshaft.
1817   Auch durch den Einfluß seiner stark religiösen Mutter, einer geborenen von Runkel, Zuwendung zu religiösen Fragen und dem Studium der Bibel. Ab Oktober neues Amt als Inspecteur der Landwehr im Regierungsbezirk Potsdam.
1818   Ernennung zum Generalmajor am 26. September.
1820   ab 22. Februar Kommandeur der 6. Landwehrbrigade.
1829   Generaladjudant des Königs ab dem 3. Oktober.
1830   30. März: Kommandeur der 6. Division und 1. interimistischer (vorläufiger) Kommandant von Torgau. 15. September: 1. interimistischer Kommandant von Erfurt.
1832   am 10. Februar Ernennung zum Generallieutenant (mit Patent vom 1. Januar). Verlegung des Kommandos der 6. Division nach Torgau an 5. April; wieder 1. Kommandeur von Torgau.
1835   wegen zunehmender Kränklichkeit Entlassung die Reserve am 19. März. Vorsitz in der Kommission für die Reform der Militärgesetze.
1838   Berufung in den Staatsrat, Präses der Generalordenskommission.
1840   ab 26. Oktober Kabinettsminister in allgemeinen Landesangelegenheiten mit Sitz und Stimme im Staatsministerium.
1841   König Friedrich Wilhelm IV. ernennt v. Th. am 9. März zum Geheimen Staats- und Kabinettsminister und Minister des Schatzes. Auch die Verwaltung der Münze unterstand ihm.
1844   am 23. September wird v. Th. General der Infanterie.
1845   Verleihung des schwarzen Adlerordens.
1848   am 9. März riet er dem König Friedrich Wilhelm IV. 25.000-30.000 Mann in Thüringen bereitzuhalten, im die kleinen Fürsten zu unterstützen. Am Tage der Revolution, dem 18. März, war er einer der wenigen, die nicht den Kopf verloren, sondern zu energischen Schritten mahnte. Noch am selben Tage nahm er seine Entlassung, am 31. März wurde er von seinem Amt als Generallieutenant entbunden. v. Th. zog sich nach seiner Verabschiedung nach Frankfurt (Oder) zurück, wo er bei seinem Bruder, dem kommandierenden General a. D. von Thile und dessen Familie, einen harmonischen Lebensabend verbrachte.
1852   Ludwig Gustav von Thile stirbt am 21. November in Frankfurt (Oder). König Friedrich Wilhelm IV. folgt seinem Sarg bis zum Kirchhof und setzt ihm ein künstlerisches Grabmal mit der Inschrift: "Seinem theuren Freunde und bewährten Rathe König Friedrich Wilhelm IV. in treuer Dankbarkeit."

Quellen [TOP]
  1. Allgemeine Deutsche Biographie. - München; Leipzig. 1912 (Band 56: Generalregister)
  2. Neuer Nekrolog der Deutschen. - Ilmenau. - 1824-56 (30 Bde)
  3. Die Ritter des Schwarzen Adlerordens : Biographisches Verzeichnis sämtlicher Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler von 1701 bis 1900. Festschrift zur Feier des 200jährigen Bestehens des Hohen Ordens / Hengst, Hermann. - Berlin. - 1901
  4. Soldatisches Führertum / Priesdorff, Kurt. - Hamburg. - 1937-1942 (10 Bde)
  5. Berliner und Wahlberliner : Personen und Persönlichkeiten in Berlin von 1640-1960 / Kullnick, Heinz. - Berlin. - ca. 1960
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