| 1714 | am 23.6. wird Joachim Georg Darjes in Güstrow geboren. Den ersten Unterricht erhält Darjes von seinem Vater Joachim Darjes, welcher als Prediger an der Marienkirche zu Güstrow wirkt und für seinen Sohn die Theologenlaufbahn vorgesehen hat. Später wird er von Hauptmann Bottiger in Geometrie, Mechanik und Kriegs- sowie Zivilbaukunst unterrichtet. Von beiden Lehrern erhält er entscheidende Anregungen, die ihn Zeit seines Lebens beschäftigen sollen. Erste praktische Erfahrungen sammelt er bei der Bestellung des Güstrower Pfarrgartens, welcher ihm zur Aufsicht übertragen ist. |
| 1726 | Darjes besucht das Gymnasium in Güstrow. |
| 1728 | Beginn des Studiums der Theologie und Philosophie an der Rostocker Akademie. Dort hört er bei den Theologen Franz Albert Aepinus, Hermann Engelcken, Johann Burgmann und Johann Weidener. Bei letzterem ist er auch untergebracht. In Weideners kompendiöser Gelehrtenbibliothek soll er sich im Selbststudium mit vielerlei theologischen Richtungen bekannt gemacht haben, auch mit den häretischen Ansichten jenseits der lutherischen Orthodoxie. Bei Weidner ist es auch, bei welchem er seine erste öffentliche Disputation über das Thema "De regentio, male regente" hält. |
| 1731 | Wechsel an die Jenaer Salana, weil dort die Philosophie des Christian Wolff (1679-1754), deren unkritischer Anhänger er eine Zeitlang wurde, studiert werden konnte. Jetzt beschäftigt er sich in der Theologie vornehmlich mit Kirchengeschichte und hört bei den Theologen Georg Walch und Gottfried Stolle. Auch beginnt er, sich mühsam Grundkenntnisse im Hebräischen zu erwerben. |
| 1735 | Magistergrad der Theologie. Kurze Zeit als lutherischer Vikarius und Prediger in Güstrow. Noch im selben Jahr Rückkehr nach Jena, da dort eine theologische Kontroverse seine Anwesenheit erforderlich macht. Mit seinem Lehrer Jakob Carpow (1699-1768), in dessen Haus er in Jena untergebracht ist, hatte er eine Hypothese entwickelt, die untersuchte, ob es möglich sei, die Lehre der Dreieinigkeit auf dem Weg der Philosophie zu erklären. In nur einer Nacht soll er eine Skizze zusammengeschrieben haben, die er voller Zuversicht an Freunde weiterreichte. In Jena wurde das Manuskript dann ohne seines Wissens in den Druck gegeben. Ein Eingreifen von seiten Darjes, um zumindest die Anonymität zu wahren, blieb fruchtlos. Nach der Drucklegung entspinnt sich ein Streit über diesen "De pluralitate personarum in Deitate ex solis rationis principiis demonstrata" betitelten Traktat, an dem die Jenaer und Rostocker theologischen Fakultäten federführend beteiligt sind und Darjes von vielen Seiten angegriffen wird. Sogar des Atheismus wird er beschuldigt. Ein Erfolg ist seiner Schrift nicht beschieden, sie verleidet ihm die Freude an der Theologie, aber macht es ihm leichter, sich nach einer neuen Beschäftigung und einem neuen Broterwerb umzusehen. So entschließt er sich, die Theologenlaufbahn aufzugeben und sich der Philosophie und Mathematik zuzuwenden. |
| 1737 | Wechsel zur Jurisprudenz. In diesem Fach ist er sowohl Lernender als auch Lehrender, da sein fortgeschrittenes Alter und seine finanziellen Möglichkeiten kein langwieriges Studium zulassen. Er arbeitet sich schnellstmöglich in das Völker- und Staatsrecht des Hugo Grotius ein und beginnt, die Institutionen und Pandekten öffentlich zu lesen. |
| ... | Ehe mit einer Tochter des Hofrats Teichmayer aus Jena. |
| 1739 | Doktor der Jurisprudenz. |
| 1744 | Gefördert von Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar (1688-1748) Professur für für Moral und Politik an der Jenaer Universität. Gleichzeitig Stelle als Sächsisch-Weimarischer und Eisenacher Hofrat und ordentlicher Beisitzer des Senats der Mainzer Akademie der nützlichen Wissenschaften zu Erfurt. |
| 1751 | Ehe mit Marta Friderica Reichart (1739-1794), einer Tochter des Erfurter Ratsmeisters Christian Reichart. |
| 1763 | Durch Friedrich II. (der Große) Ruf als Professor für beiderlei Rechte und Weltweisheit an die Frankfurter Universität Viadrina. Sein jährliches Gehalt ist mit 1.100 Reichstalern ungewöhlich hoch, hinzu kommen Hörgelder und eine freie Wohnung im Ordinariatshaus. |
| 1766 | Sein besonderes Anliegen ist die Kameralwissenschaft, welche er an der Viadrina einführt und lehrt. Um diese in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, begründet er in diesem Jahr auf Wunsch von Studenten die "Königlich gelehrte Gesellschaft zum Nutzen der Wissenschaften und Künste", als deren erster Präsident er lange Zeit wirkt. |
| 1772 | Universitätsrektor der Viadrina. |
| 1779 | Universitätsrektor der Viadrina. |
| 1786 | Er erhält von Gönnern eine goldene Medaille des Berliner Künstlers Abraham Abramson anläßlich seiner fünfzigjährigen Lehrtätigkeit verliehen. Die Devise lautet: "Via ad veritam - Pietatis monumentum" und verweist auf ein Lebensprinzip des Gelehrten, der innerlich mit der Theologie nie gebrochen hat und persönlich ein religiöses Leben führt. |
| 1788 | Universitätsrektor der Viadrina. |
| 1791 | Darjes stirbt am 17.7. in Frankfurt an Fieber. Seine Frau bekommt nach seinem Tode als eine der ersten Witwen eines Universitätsdozenten in Preußen eine jährliche Pension ausbezahlt. |