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< 1200 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 1650 1700 1750 1800 1850 1900 1950 2000 >
um 4.000 bis 2.000 v.u.Z.
Martin Michael Lienau erwähnte den Fund einer steinernen Speerspitze
in einer Kies- und Sandgrube an der heutigen Herbert-Jensch-Straße.
Es gibt weitere Funde westlich von Gronenfelde und bei der
Albert-Feller-Straße.
Die Funde belegen eine dünne Besiedlung im 4. und 3. Jahrtausend vor unserer Zeit.
um 1.000 v.u.Z.
Anlegung eines Burgwalles oberhalb der "Steilen Wand" bei Lossow.
um 1.000
Siedlungen im Bereich Nuhnen-Birnbaumsmühle, an den Rändern des Klingetals, der
Bergstraße, und beim Westkreuz.
1134
Der deutsche Kaiser Lothar gibt die Mark Brandenburg an den askanischen (anhaltinischen) Grafen Albrecht
den Bären. Dieser erobert weitere Gebiete von den Wenden. Er bemüht sich um die Christianisierung der Wenden.
Bei den unaufhörlichen Kriegszügen werden zahlreiche Dörfer und Städte eingeäscherten. Diese
Orte werden von deutschen Einwanderern besiedelt.
nach 1200
Der Wasserspiegels der Ostsee und damit auch der Oder steigt an. Der von Wasserläufen und Sümpfen durchzogene,
6 km breite Lebuser Bruch wird schwerer passierbar. Bei der späteren Stadt Frankfurt verengt sich das Odertal
auf 2 km. Dieser Übergang war leichter zu passieren und verkürzte den Weg zur Spree und
damit über Havel und Elbe nach Magdeburg. Hier entwickelt sich eine Kaufmannssiedlung.
1225
Herzog Heinrich I. (der Bärtige) fördert die Marktsiedlung. Er stammt aus der schlesischen Linie der Piasten und
ist mit der Hl. Hedwig verheiratet. Die Marktsiedlung liegt an der Kreuzung der Fernhandelsstraßen
Paris-Aachen-Berlin-Warschau-Moskau und Prag-Meißen-Krakau.
Herzog Heinrich I. verleiht ihr das Markt- und Niederschlagsrecht.
 Die Hl. Hedwig und Heinrich I. (der Bärtige) Bildquelle |
um 1226
Die erste Kirche wird errichtet. Sie ist dem Hl. Nikolaus gewidmet. Der Hl. Nikolaus ist Schutzpatron der Schiffer,
Fischer und Kaufleute. Auf diese Kirche geht die heutige Friedenskirche zurück. Der zweifache Mühlenbesitzer
Gottfried von Herzberg wird Schultheiß.
1249
Die Askanier Wilbrand von Käfernburg - Erzbischof Magdeburg (um 1185/90-15.4.1253), Markgraf Johann I. (um 1213-4.4.1266) und Markgraf Otto III. der Fromme (1215-9.10.1267),
Urenkel Albrechts des Bären, werden Besitzer des Landes Lebus. Der Zuzug reicher Fernhändler aus
Nordwestdeutschland und Flandern verstärkt sich.
1253
Der Schulzen Gottfried von Herzberg verhandelt mit Markgraf Johann I. auf der Burg Spandau. Markgraf Johann I.
stellt am Samstag, den 12. Juli 1253 die Urkunde zur Stadtgründung aus. Es soll das Berliner Stadtrecht gelten, das
vom Magdeburger Stadtrecht abgeleitet ist. Am Montag darauf wird eine ergänzende Urkunde ausgefertigt. Diese
Urkunde die sichert der zukünftigen Stadt "Vrankenvorde" das alleinige Niederschlagsrecht in ihrem Umkreis
und mehr Land auch rechts der Oder zu. Der Ursprung des Namens Vrankenforde (an anderer Stelle auch: Frankenforde,
Francfurd, Franckfurde usw.) ist nicht sicher. Deutsche Kaufleute werden in dieser Zeit gemeinhin "Franken"
genannt. Das könnte die Erklärung für den ersten Teil des Namens der Marktsiedlung sein. Eine Furt ist
eine flache Stelle im Fluss, an der man den Fluss überqueren kann. Eine flache Stelle in der Oder gibt es bei Frankfurt
nicht. Da aber das Odertal hier nur 2 km breit ist, kann man die Oder an dieser Stelle gut überqueren.
Schon vor 1253 ware Franziskaner-Mönche in Frankfurt ansässig. In diesem Jahr werden sie an die Nordostecke
der Stadt umgesiedelt.
Es wird mit dem Bau des Rathauses,
der Marienkirche, der hölzernen Oderbrücke und der
Stadtmauer begonnen.
1294
Aus diesem Jahr stammt das älteste überlieferte Stadtsiegel. Von diesem Stadtsiegel leitet sich das bis
heute gültige Stadtwappen ab. Das Wappen zeigt einen roter Hahn mit goldenem Kamm und goldenen Füßen.
Er steht auf einem grünen Berg in weißem Feld, umrahmt von einem roten Stadttor. Über dem Tor schwebt
ein Wappenschild mit dem Brandenburger Adler. Das Siegel ist seit 1945 verschollen.
Ein Rechtsstreit zwischen 10 jüdischen Einwohnern und dem Schlächtergewerk endet mit einem Vergleich.
 Ältestes Stadtwappen von Frankfurt (Oder) Bildquelle |
um 1300
Marienkirche, Stadtmauer, Türme und Tore sind fertiggestellt
1301
Prof. Beckmann hat eine Inschrift überliefert. Aus der Inschrift geht
hervor, dass in diesem Jahr das Franziskanerkloster geweiht wurde.
1308
Der Rat übereignet den Schlächtern die Fleichscharren.
1312
Franziskanerkloster und Stadt kommen überein, die Umzäunung des Klosters zu verlegen. Damit wird die
Stadtmauer leichter zugänglich.
1313
Frankfurt erlangt Freiheit vom Oderberger Niederlagsrecht.
1317
Markgraf Waldemar übereignet der Stadt das Dorf Kliestow.
1319
Markgraf Waldemar übereignet der Stadt das Dorf Booßen. Waldemar stirbt. Sein Nachfolger wird sein Sohn,
der minderjährige Heinrich.
1320
Markgraf Heinrich, der letzte Askanier in der Mark, stirbt nach nur einem Jahr Regierungszeit. Erbitterte
Nachfolgekämpfe brechen aus. Die Nachbarfürsten von Mecklenburg, Pommern, Schlesien und Böhmen
fallen in die Mark ein und besetzen einzelne Gebiete. Von außen kommt keine Hilfe, da Bayernherzog
Ludwig von Wittelsbach und Herzog Friedrich von Österreich um die deutsche Kaiserkrone kämpfen.
1322
Herzog Ludwig von Wittelsbach besiegt Herzog Friedrich von Österreich bei Mühldorf am Inn. Er wird
daraufhin deutscher Kaiser.
1323
Kaiser Ludwig erklärt auf dem Reichstag in Nürnberg die Mark Brandenburg als erledigtes Lehen und gibt
sie seinem achtjährigen Sohn Ludwig. Graf Berhold von Henneberg wird Vormund von Ludwig.
1324
Wasser- und Landzoll werden vom Markgrafen Ludwig der Stadt überlassen.
1326
Kaiser Ludwig trennt selbstherrlich die Ehe der Markgräfin Margarete von Tirol. Margarete von Tirol wird nach
ihrem Stammschloss auch Gräfin Maultasch genannt. Er gibt sie seinem Sohn Markgraf Ludwig zur Frau. Dadurch
wird Tirol bayrischer Besitz. Durch diese Vorgänge fühlt sich der spätere Kaiser Karl IV.
herausgefordert. Er ist der Bruder des geschiedenen Mannes von Gräfin Maultasch. Papst Johannes XXII. fühlt sich
durch die Ehetrennung in seinen Rechten verletzt. Er nimmt gegen Kaiser Ludwig Partei und belegt ihn und seinen
Sohn mit dem Bann. Die Untertanen waren damit vom Eid der Treue gegen ihren Markgrafen losgesprochen. Auch Frankfurt
war von dem Bannstrahl betroffen. Es hält aber zu Markgraf Ludwig. Der Bischof von Lebus, Stephan II. (1317-1345)
verhandelte im Namen des Papstes mit König Wladislaw I. von Polen (Lokietek (der Ellenlange)). Wladislaw verbündet sich mit den
Litauern und fällt mit ihnen in die Mark Brandenburg ein. Das polnisch-litauische Heer belagert auch Frankfurt.
Es hat jedoch keinen Erfolg.
1328
Noch immer zieht das polnisch-litauische Heer durch die Mark. Die Frankfurter wagen Ausfälle aus der Stadt
und überfallen die sorglosen Feinde in der Nähe von Tzschetzschnow (heute Güldendorf).
Sie bringen dem polnisch-litauischen Heer eine empfindliche Niederlage bei. 200 Dörfer sind schon zerstört
als Kaiser Ludwig endlich erscheint und Polen und Litauer vertreibt.
1334
Der Haß der Frankfurter wendet sich gegen der Lebuser Bischof Stephan II. Er hatte Polen und Litauer ins Land
geholt. Außerdem hatte er schon früher mit Frankfurt Streit, weil er von ihm ungerechterweise den Zehnten
verlangte. Unter Führung des Hauptmann Erich von Wulkow überfallen die Frankfurter die Bischofsresidenz
Göritz und brennen die Domkirche und das bischöfliche Schloß nieder. Nach dieser Niederlage
verhält sich der Bischof freundlich gegen Frankfurt. Er will sogar die Frankfurter Marienkirche zur Domkirche
(Kathedrale) erheben. Dem widersetzt sich jedoch Kaiser Ludwig. Trotzdem kommt es zwischen der Stadt und dem Bischof
zu einem Vertrag, in dem Frankfurt wieder das Abhalten von Gottesdienstes gestattet wird. Gleichzeitig wird der Bann
aufgehoben. Bischof Stephan II. wohnt sogar wieder in seiner Frankfurter Wohnung.
1336
Frankfurt erlangt im Tausch das Dorf Reitwein.
1338
Es entstehen neue Zerwürfnisse zwischen Bischof Stephan II. und Frankfurt. Stephan beklagt sich bei
Papst Benedikt XII. Frankfurt wird wieder mit dem Bann belegt. Die Bannbulle datiert vom 24. Dezember aus Avignon.
1339
Der Lebuser Bischof Stephan II. bringt sich wegen der Spannungen mit Frankfurt nach Breslau in Sicherheit.
1347
Der Markgraf überläßt der Stadt pfandweise das Geleit.
1348
In der Mark taucht ein Mann auf, der sich fälschlicherweise als der verstorbene Waldemar ausgibt.
Der spätere Kaiser Karl IV. bedient sich dieses Mannes, um die den Wittelsbachern zugefallene Mark zu beherrschen.
Frankfurt hält in dieser ausweglos erscheinenden Situation zu dem Wittelsbacher Markgraf Ludwig dem Älteren,
weil es um seine Vorrechte fürchtet. Kaiser Karl IV. läßt Anfang Oktober die Stadt belagern.
Er kann sie aber nicht einnehmen. Beim Aufbau nach den Zerstörungen wird das bebaute Gelände um
1,50 Meter erhöht. Frankfurt läßt sich seinen Beistand von Markgraf Ludwig gut entlohnen.
Es erhält das Recht Mühlen zu errichten. Ihm wird das ihm bislang nur verpfändete Geleit
überlassen und der Stadt wird die Urbede, eine landesherrliche Steuer, erlassen.
1350
Papst Klemens VI. bestätigt den der Stadt auferlegten Bann.
1354
Aufhebung des päpstlichen Bannes durch Vermittlung des neuen Lebuser Bischofs Heinrich von Bantsch.
Danach Ausweitung des Handels und wachsender Reichtum.
Der Markgraf übereignet der Stadt das Dorf Schwetig.
1360
Der alte Chor der Marienkirche wird abgerissen und durch
einen Hallenumgangschor nach Nürnberger Muster ersetzt. Die neuen kostbaren Chorfenster zeigen
die Erschaffung der Welt, den Sündenfall, das Leben Adam und Evas und den Bau der Arche Noah.
1365
Frankfurt erhält das Münzrecht und darf somit landesherrliche Münzen prägen.
Die Münze befand sich in der Giebelgasse, der heutigen
Carl-Phillipp-Emanuel-Bach-Straße.
1368
Der Bischof von Lebus bestätigt die von als "Gewandschneider" bezeichneten
Kaufleuten gestiftete Kirche St. Gertraud.
1369
Die Stadt erkauft sich von Markgraf Otto dem Faulen das Recht des "ewigen Pfennigs"
und darf jetzt städtische Münzen prägen lassen.
1373
Kaiser Karl IV. wird, fünf Jahre vor seinem Tod, Herrscher der Mark. Erst jetzt huldigt
ihm die Stadt und läßt sich alle Rechte bestätigen.
Die Stadt hat das Dorf Kunitz erworben.
1375
Bau der Nordkapelle der Marienkirche mit
"Kaiserpforte" zu Ehren Kaiser Karl IV.
1379
Frankfurt (Oder) erhält das Privileg über die freie Oderschifffahrt.
1382
Großer Brandschaden.
1388
Die Stadt kauft dem Frankfurter Patrizier Fritz Belkow das Oberste Gericht ab. Es war Fritz Belkow vom
Kurfürsten verliehen worden, um Schulden zu begleichen
1396
Vier reiche Kaufleute stiften das Kloster "Barmherzigkeit Gottes" (Karthäuserkloster). Es wird
an der Stelle errichtet, wo sich heute das Stadion befindet. (Karthausplatz)
1399
Der Markgraf übereignet der Stadt das Dorf Kunersdorf im Lande Sternberg.
1400
An die Marienkirche wird das südliche
Seitenschiff angefügt.
1411
Am 8.7. wird der Burggraf von Nürnberg, Friedrich VI. (1371-1440) vom deutschen Kaiser Sigismund zum "Obersten Verweser und Hauptmann der Mark Brandenburg" bestellt.
1412
Friedrich VI. trifft im Juni mit reichem frankischen Gefolge in der Mark ein.
1415
Am 30. 4. erhält Friedrich VI. die Mark als Lehen.
1411
In Konstanz wird am 18.4. Friedrich VI. als Friedrich I. feierlich zum Kurfürsten und Erzkämmerer des Reiches und erblichen Markgrafen von Brandenburg erhoben. Ihm verdankt das Hasu Hohenzollern den Eintritt in den Kreis der Kurfürsten, der politisch maßgebenden Klasse. er ist der Begründer der brandenburgischen Hohenzollern-Dynastie.
1430
Frankfurt wird in den Akten der Lübecker Tagfahrt als Teilnehmer genannt. Nur Mitglieder der Hanse dürfen an den Tagfahrten teilnehmen. Also ist Frankfurt spätestens seit diesem Jahr Mitglied der Hanse.
1432
Die Hussiten brennen die Gubener Vorstadt ab. Auch das Karthäuserkloster wird in Schutt und Asche gelegt.
1437
Die Karthäusermönche können ihr wiederaufgebautes Kloster beziehen. Der Abt von Neuzelle übereignet der Stadt das Dorf Reipzig.
1440
Friedrich II. (genannt "der Eiserne" oder "Eisenzahn") (1413-1471), Sohn des Kurfürsten Friedrich I., wird Kurfürst von Brandenburg.
1447
Seit diesem Jahr nehmen keine Gesandten aus Frankfurt mehr an Hansetagen teil, da infolge der Entwicklung der politischen Verhältnisse die Selbständigkeit der Städte durch Kurfürst Friedrich II. eingeschränkt wurde.
1450
Ein Heer von Polen, Litauern und Russen belagert die Stadt und richtet große Zerstörungen an. Bei der Beseitigung der Schäden wird die Marienkirche weitergebaut und erhält das nördliche Seitenschiff. Auf dem Hansetag wird Frankfurt wegen Nichtbeachtung der Einladung mit einer hohen Geldstrafe belegt.
1451
Die brandenburgische kurfürstliche Residenz wird von Tangermünde nach Cölln an der Spree verlegt.
1454
Auf dieses Jahr ist der Fisch über dem südlichen Schmuckgiebel des Rathauses datiert, der wohl das Recht der "Höhung" in den Heringsfässer symbolisiert.
1470
Albrecht Achilles (1414-1486), Bruder des Kurfürsten Friedrich II., wird Kurfürst von Brandenburg.
 Albrecht Achilles, Kurfürst von Brandenburg Bildquelle |
1476
Herzog Hans von Sagan überfällt die Stadt.
1480
Der Kurfürst bewilligt einen neuen Jahrmarkt.
1486
Kurfürst Albrecht Achilles stirbt. Er war ein prachtliebender Herrscher und hinterlässt dennoch ein umfangreiches, gut geordnetes finanzielles Erbe. Es gelang ihm jedoch nicht, die Machtstellung der Hohenzollern nach außen (gegenüber den Habsburgern) und nach innen (Adel, Städte) zu halten. Wegen der Reichsgeschäfte hatte er die Regierung der Mark Brandenburg größtenteils seinem Sohn Johann und den ihm zur Seite gestellten Ratgebern überlassen. Johann Cicero wird Kurfürst von Brandenburg.
1489
Die Gräben um die Stadt werden ausgebaut und erneuert.
1490
Frankfurt schließt einen Handels- und Niederlagsvertrag mit Breslau ab.
1496
Frankfurt verliert im Rahmen der Stärkung der Zentralgewalt in Gestalt des Kurfürsten,
der seine Residenz in Berlin eingerichtet hatte, die Freiheit der Ratswahl und das
Oberste Gericht und muß die "Urbede" wieder zahlen.
1498
Als Papst Alexander I. ein Privileg für eine Universität ausstellt,
erlaubt der Kurfürst der Stadt mit dem Bau zu beginnen.
1499
Joachim I., Sohn des Kurfürsten Johann Cicero, wird Kurfürst von Brandenburg.
Unter der Leitung des späteren Bürgermeisters Stephan Hundertmark beginnt der Bau des Universitätsgebäudes.
1502
Der Aufbau der Universität gibt der kulturell
hochstehenden Stadt neue Impulse, durch den Wanderdrucker Martin Tretter und vermutlich
auch durch Marcus Ayrer beginnt der Buchdruck in Frankfurt.
1506
Das Gebäude der Universität ist vollendet, die Stadt hat 1.100 Schock Groschen in dem prachtvollen Hauptgebäude verbaut. Durch Verdienst des kurfürstlichen Rates Eitelwolf von Stein und Dietrich von Bülow, Bischof von Lebus und dann erster Kanzler der Viadrina, beginnt Ende Januar mit der humanistischen Vorlesung des ersten "berufenen" Lehrers Axungia der Lehrbetrieb an der Universität. Am 26. April findet in Anwesenheit des Kurfürsten Friedrich I. und dessen Bruders Albrecht die feierliche Eröffnung statt. 950 Akademiker, unter ihnen der junge Ulrich von Hutten, finden sich im ersten Jahr ein, mehr als an jeder anderen deutschen Universität bisher. Erster Rektor wird der Leipziger Theologe Wimpina (Konrad Koch aus Wimpfen).
1512
Thomas Müntzer wird an der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
1514
Ein Brand zerstört die Lebuser Vorstadt.
1516
Jodocus Willich wird an der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
Der Frankfurter Bürgermeister und der Rat der Stadt erteilen dem Stadtschreiber Sigismund Oswald den Auftrag, alle die Stadt betreffenden Verordnungen zu sammeln und in ein Stadtbuch nieder zu schreiben. Danach gab es schon um 1500 einen
vereidigten Stadtboten, der auch die Briefe der Bürger beförderte. Die Stadt hat das Dorf Tzschetzschnow (heute: Güldendorf) erworben. Magister Nicolas Teymler bindet das Buch.
1517
Die Kapelle des Franziskanerklosters wird abgerissen. An ihrer Stelle bauen die Mönche bis 1525 eine neue Kirche auf.
1518
Martin Luther schlug im Vorjahr in Wittenberg seine Thesen an, die sich auch gegen Albrecht, inzwischen Erzbischof von Magdeburg und Mainz, richten. Die brandenburgische Universität reagiert mit einer Disputation am 20. Januar vor 300 Mönchen. Die dafür von dem Dominikanermönch und späteren Ablaßprediger Johannes Tetzel eingereichten Antwort-Thesen hat jedoch der Rektor der Frankfurter Universität Viadrina Konrad Wimpina geschrieben. Sie werden von der Versammlung gebilligt, und Luther gilt damit als widerlegt. Im folgenden wenden sich viele Studenten von Frankfurt ab und ziehen nach Wittenberg.
Auf Wunsch des Kurfürsten Joachim I. scheidet Frankfurt förmlich aus der Hanse aus.
1522
Jodocus Willich erhält so früh als möglich (mit 21 Jahren!) die Magisterwürde und wird durch einstimmige Wahl Professor an der Frankfurter Universität Viadrina.
1525
Der Hansetag zu Lübeck entzieht den Frankfurter Kaufleuten alle Rechte, die sie als Vertreter einer Hansestadt gehabt hatten, stellt damit aber nur eine längst erfolgte Loslösung Frankfurts von der Hanse fest. Die Franziskaner haben eine neue Kirche anstelle der 1517 abgerissenen Kapelle errichtet. Dabei handelt es sich um die heutige Konzerthalle.
1535
Joachim II. Hector, Sohn des Kurfürsten Johachim I., wird Kurfürst von Brandenburg.
Erste bürgerliche Musiziergemeinschaft Deutschlands "convivium musicum" wird durch Jodocus Willich gegründet. In ihr beschäftigen sich 12 Personen mit weltlicher Musik und diskutieren dabei musikalische Fragen.
 Joachim II. Hector, Kurfürst von Brandenburg Bildquelle |
1536
Vermutlich hat Jodocus Willich großen Anteil daran, daß mit Andreas Ebertus der
erste evangelische Prediger nach Frankfurt kommt.
1539
Kurfürst Joachim II. befiehlt am 9. November die Schließung des Franziskanerklosters. Johann Lüdecke führt am 11. November in der Marienkirche die erste evangelische Messe in Frankfurt durch. Dabei erhält der Bürgermeister Peter Petersdorf als erster das Abendmahl in beiderlei Gestalt. Frankfurt besitzt eine eigene Papiermühle.
1540
Im Zuge der Reformation werden in Brandenburg zahlreiche Klöster säkularisiert. Die Frankfurter Universität erhält auf Betreiben des Prof. Willich die Güter des Karthäuserklosters einschließlich der acht Dörfer in der Umgebung und der wertvollen Bibliothek. Die Stadt Frankfurt erhält die erst wenige Jahre zuvor fertiggestellte Klosterkirche der Frankfurter Franziskaner als Gotteshaus anstelle der alten Nikolaikirche.
Kurfürst Joachim II. verleiht der Stadt das Recht auf einen freien Viehmarkt.
1542
Heinrich Engeling führt an der Leiche eines Soldaten seine erste anatomische Sektion
durch.
1543
Die letzten Ordenspersonen haben das Franziskanerkloster verlassen. Der Kurfürst überweist die Klostergebäude der Universität als Wohnung für Lehrende und Lernende.
1548
Die älteste Stadtansicht von Frankfurt (Oder) erscheint in Sebastian Münsters "Cosmographey".

Sebastian Münster
Bildquelle
1549
Der Nürnberger Johann Eichorn eröffnet seine Universitätsdruckerei. Förderung durch Jodocus Willich, Aufträge an der Universität, von Bürgern der Stadt und dem Kurfürsten ermöglichen ihm einen guten Start.
1552
In Frankfurt (Oder) bricht die Pest aus. Am 12. November erleidet Prof. Willich bei einem Morgenspaziergang im Schloß des Lebuser Bischofs einem Schlaganfall und stirbt. Am 14. November wird er nach Frankfurt (Oder) überführt und in der Marienkirche beigesetzt.
1571
Johann Georg, Sohn des Kurfürsten Johachim II. Hector, wird Kurfürst von Brandenburg.
1572
In den Gebäuden des ehemaligen Franziskanerklosters wird eine Speiseanstalt für Studenten eingerichtet.
1588
Frankfurt erhält die Genehmigung, am Kerstorfer See in der Nähe von Briesen ein Niederlagshaus zu errichten. Hier werden von Berlin auf der Spree per Schiff kommende Waren auf Wagen umgeladen und zur eigentlichen Niederlage nach Frankfurt gebracht. Ebenso wurden schlesische Güter oderabwärts bis Frankfurt und über den kurzen Landweg an die Spree und weiter auf die Elbe gebracht.
1589
Theodor Ebertus wird in Frankfurt (Oder) geboren.
1595
Bartholomäus Gesius, ehemaliger Theologiestudent an der Frankfurter Universität Viadrina, siedelt von Wittenberg nach Frankfurt über und wird Kantor. Michael Praetorius wird nach seinem Orgelstudium in Frankfurt (Oder) Organist am Hof von Heinrich Julius, Herzog von Braunschweig und Lüneburg.
1596
Die Universität bestätigt die Buchbinderhandwerksordnung.
1598
Joachim Friedrich, Sohn des Kurfürsten Johann Georg, wird Kurfürst von Brandenburg.
Nach einem Bericht des Magistrats besuchen die Frankfurter Messe Kaufleute aus den Niederlanden, England, Frankreich, Savoyen, Italien, Köln, Wien, Augsburg, Nürnberg, Frankfurt am Main, Böhmen, Breslau, Posen und Danzig.
1601
bei Johannes Hartmann erscheinen Gesius' "Geistliche deutsche Lieder D. Mart. Luther und anderer frommer Christen" mit 355 Nummern. Sie sollten die seit 1552 in Frankfurt gebräuchlichen, im Offizin des Johann Eichorn gedruckten Gesangbücher ersetzen.
1607
Beginn des Umbaus des Rathauses durch den italienischen Baumeister Thadeus Paglion.
1608
Johann Sigismund, Sohn des Kurfürsten Joachim Friedrich, wird Kurfürst von Brandenburg.
 Johann Sigismund, Kurfürst von Brandenburg Bildquelle |
1609
Abschluss des 1608 begonnenen Umbaus des Rathauses.
1613
In der Stadt grassiert eine Epidemie, an der vermutlich auch Bartholomäus Gesius stirbt.
1614
Theologieprofessor Jakobus Ebertus stirbt in Frankfurt (Oder).
1615
Der Kurfürst Johann Sigismund schenkt der Universität das "Junkerhaus".
1618
Martin Opitz wird an der juristischen Fakultät der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
1619
Georg Wilhelm, Sohn des Kurfürsten Johann Sigismund, wird Kurfürst von Brandenburg.
1620
Die Stadt erwirbt die Dörfer Bischofsee und Leißow, veräußert sie aber bald wieder.
1621
Der dreißigjährige Krieg hat begonnen. Frankfurt muß wegen der Verschlechterung der Münzen wieder eigene Münzen prägen.
1626
Der dreißigjährige Krieg erreicht die Stadt erstmals direkt, als das von Wallenstein bei Dessau geschlagene Heer Ernst II. von Mansfelds durch die Stadt in Richtung Osten flüchtet.
Kurfürst Georg Wilhelm fordert die märkischen Stände auf, ein stehendes Heer aufzustellen. Mit der Aufstellung von 3000 Mann Fußvolk wird Oberst Hillebrand von Kracht beauftragt. Am 1. Mai werden hierfür "an den Vogelstangen nahe dem Carthaus" (dem heutigen Anger) neun Kompanien zu Fuß gemustert. Dieses Ereignis gilt als Gründung der 4. Grenadiere und wird als Gründung des preußischen Heeres überhaupt angesehen.
In Frankfurt verbleiben zwei Kompanien zu Fuß, eine Kompanie zu Pferd wird noch hierher verlegt.
1627
Der Kurfürst verbündet sich mit dem Kaiser, Frankfurt bekommt eine kaiserliche Besatzung. Die erst im Vorjahr hier aufgestellten 4. Grenadiere verlassen die Stadt. Zeitweise weilt Wallenstein in der Stadt.
1630
Prof. Theodor Ebertus stirbt in Frankfurt (Oder).
1631
Der kaiserliche General Tilly kommt nach Frankfurt, weicht jedoch mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres vor den Schweden nach Westen aus. Der Befehlshaber der zurückbleibenden 5.000 Mann läßt die Vorstädte abbrennen, damit sich die aus Lebus anrückenden Truppen dort nicht festsetzen können. Der Rauch bewirkt jedoch das Gegenteil. In seinem Schutz trifft Gustav Adolf von Schweden Vorbereitung für die Eroberung der Stadt.
Am 3. April erfolgt der Angriff, die Kaiserlichen flüchten über die Oderbrücke, viele stürzen in den Fluß und ertrinken. Nach der Erstürmung der Stadt folgt eine Schreckensnacht, in der die siegreichen Truppen die Stadt plündern.
Bald darauf bricht die Pest aus, der fast 4.000 Frankfurter zum Opfer fallen.
1640
Friedrich Wilhelm I. (der große Kurfürst), Sohn des Kurfürsten Georg Wilhelm, wird Kurfürst von Brandenburg.
Die Frankfurt Ratsherren beschäftigen sich mit dem Gedanken, die arg zerschundene Stadtbefestigung abzubrechen. Als erstes wird der "keulige Gefängnisturm" (Südwestturm) wegen Einsturzgefahr abgerissen.
1644
Die letzte fremde Besatzung zieht ab. Nach wechselnden Bündnissen des Kurfürsten Georg Wilhelm ist die Stadt von allen kriegführenden Parteien abwechselnd belagert und eingenommen worden.
1648
Die Universität gewinnt nach dem Krieg wieder an Bedeutung, 250 Studenten sind in diesem Jahr immatrikuliert.
1649
Der Kurfürst privilegiert Messen, die von 3 auf jeweils 12 Tage ausgedehnt werden.
1650
Nachdem die 1626 aufgestellten 4. Preußischen Grenadiere 1627 abgezogen wird sind ab diesem Jahr erstmals wieder preußische Truppen in Frankfurt stationiert. Die Soldaten sind ausschließlich in Bürgerquartieren untergebracht.
1653
Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges hat sich die Einwohnerschaft von ca. 12.000 auf 2.366 verringert. Wirtschaftlich wird sich die Stadt von den erpreßten Kriegskontributionen nicht mehr erholen.
1656
Der reformierten Gemeinde, die in enger Verbindung mit der Universität steht und bisher ihre Gottesdienste in deren Hauptgebäude abhielt, erhält gegen die Widerstand des Magistrates die alte Nikolaikirche.
In der Lebuser Vorstadt ist die Wiedererrichtung der St.Georgenkirche abgeschlossen.
Die Staatspost hält Einzug in der Stadt, Postmeister wird Christoph Neander, ein Sohn des berühmten Rektors der Frankfurter Universität Viadrina. Er duldet aber weiterhin den letzten Stadtboten Heinrich Röbell, der ein Wagenfahrt von Frankfurt nach Berlin unterhält, die nicht nur Briefe und Güter, sondern auch Personen befördert. Die Staatspost unterhält nur eine Postverbindung nach Küstrin, wo die Kurse von Königsberg über Danzig und Stargard (Pommern) und von Posen nach Berlin zusammentreffen.
1657
Die Stadt erwirbt von den Erben des Professor Andreas von Zoch (Erbherr auf Klein-Kienitz, gest. 1581) das Haus Oderstraße 27 als Quartier für den Stadtkommandanten.
1658
Die Dauer der Messen werden nach Leipziger Vorbild auf jeweils 20 Tage festgesetzt.
1659
Johann Christoph Beckmann wird an der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
1661
Am 1. April Einrichtung des ersten Postamtes in Frankfurt, einer Poststation im ehemaligen Bischofshaus durch Christoph Neander mit einer wöchentlich abgehenden Postkutsche.
1662
Frankfurt ordnet sich in das vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm aufzubauende, fest organisierte Staatswesen ein und wird eine der mittelmärkischen Hauptstädte. Die Stadt erhält eine kleine Garnison des Brandenburger stehenden Heeres unter Kommandant Sparr, der in ein stadteigenes Haus hinter der Marienkirche (Große Oderstraße 27) zieht, daß späterhin Kommandantenhaus heißt.
In der Gubener Vorstadt wird die neue Gertraudkirche geweiht.
Der Postkurs von Berlin über Tasdorf, Eggersdorf und Frankfurt nach Breslau wird eingerichtet; der letzte Frankfurter Stadtbote Heinrich Röbell muss trotz Protests seinen Postkurs nach Berlin einstellen.
1666
Der Aufbau nach dem 30jährigen Krieg ist noch im Gange, da bricht am 5. September westlich der Marienkirche ein großes Feuer aus. 64 Gebäude im Bereich der Graupengießergasse werden zerstört, darunter auch Gebäude der Universität.
1667
Johann Christoph Beckmann wird Professor für Geschichte, griechische Sprache, Politik und Theologie an der Frankfurter Universität Viadrina.
1668
Mattheus Gottfried Purmann führt in Frankfurt die erste erfolgreiche Bluttransfusion vom Lamm auf einen Menschen auf deutschem Boden durch. Ein Herr Welslein wird durch Blutaustausch vom Aussatz geheilt - 200 Jahre bevor der Wiener Pathologe Dr. Karl Landsteiner geboren wird, der das AB0- Blutgruppensystem entdeckt.
Das Gertraudenhospital in der Gubener Vorstadt ist fertiggestellt.
1669
Fertigstellung des über Müllrose reichenden Oder-Spree-Kanals; Frankfurts Stapelgerechtigkeit wird wertlos.
1670
Bis in die 1690er Jahre zieht sich der Umbau der "Junkerhauses" hin. Es heißt so, weil darin die Söhne von Adligen während ihres Studiums wohnen.
1671
Durch "landesherrliches Privileg" regt sich in der Nordwestecke der Stadt neues jüdisches Gemeindeleben.
Die Ritterakademie hält Einzug in das ehemalige Bischofshaus. Ihr muss die Poststation weichen. Das Frankfurter Postamt hat seit 1661 solche Bedeutung gewonnen, dass ein Grundstück an der Oderstraße ankauft werden soll, was zu dieser Zeit äußerst selten geschieht. Kurfürst Friedrich Wilhelm erwirbt hierfür ein Privathaus in der Oderstraße 29 von Dr. Melchior Wins.
1673
Mit der Eröffnung einer Druckerei durch Prof. Beckmann wird der hebräische Buchdruck in Frankfurt wiederbelebt.
1674
Isaac Bion eröffnet ein Ballhaus auf der Fläche von vier Häusern, die während des Brandes 1666 zerstört wurden. Darin wird einem in Mode gekommenen, tennisartigen Ballspiel gefrönt.
1675
Christian Thomasius wechselt an die Frankfurter Universität Viadrina und gibt bald darauf juristische Vorlesungen.
Märkische Truppen unter Oberstleutnant von Plettenberg halten während des Schwedenkrieges die Stadt besetzt. Er übergibt das Kommando an Oberstleutnant Helldorf, der die Frankfurter auffordert "sich mit dem Gewehr zu stellen, damit sie sich wehren könnten" und damit die Truppen zu unterstützen.
1676
Erschließung der Universitätsbibliothek nach dem Beispiel der Bibliothek in Oxford und Herausgabe des ersten gedruckten Universitätskataloges durch Prof. Beckmann.
Christoph Neander übernimmt die Leitung des Postamtes in Erfurt, sein Stiefsohn Joachim Damerow wird sein Nachfolger als Postmeister in Frankfurt.
1677
Kommandant Oberst Lorenz von Versen zieht auf Befehl des Kurfürsten aus der Frankfurter Garnision ab. Oberst von Barfus wird Frankfurter Stadtkommandant und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1678
Prof. Beckmann legt hinter dem Universitätsgebäude einen botanischen Garten an.
1679
Professor Beckmann läßt vom Kirchhof bis zum von der Universität genutzten Karthäuserkloster eine vierfache Reihe Linden anlegen. Der Weg zum Karthaus wird zu einem der angenehmsten Flanierwege der Stadt.
Oberst Georg Adolf Freiherr von Micrander wird zum Frankfurter Stadtkommandanten ernannt und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27. Die Garnision hat eine Stärke von etwa 100 Mann. Hauptsächliche Aufgabe ist der Wachdienst an den Stadttoren und die Aufrechterhaltung der städtischen Ordnung.
1680
Bernhard Friedrich Albinus folgt einer Berufung zum Professor der Medizin an die Frankfurter Universität Viadrina.
1685
Das Bier, daß im Karthäuserkloster unter der Verwaltung eins Vetters Professor Beckmanns steht, kommt zu großem Ansehen, weil es "auch von S.Königl. Maj. selbst an dero Tafel" getrunken wird.
Nach dem Edikt von Potsdam des Kurfürsten Friedrich Wilhelm kommen viele Hugenotten nach Brandenburg. Auch in Frankfurt entsteht eine französisch reformierte Gemeinde.
1687
Bernhard Friedrich Albinus wird zum Rektor der Frankfurter Universität Viadrina berufen.
1688
Friedrich III., Sohn des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I., wird Kurfürst von Brandenburg.
1693/94
Umbau des Hauptgebäudes der Universität. Sein Aussehen bleibt bis zu seinem Abriß 1962 erhalten. Das neue Eingangsportal liegt im Speicher des Stadtmuseums "Viadrina".
1694
Die neue reformierte Lateinschule (Friedrichsschule) wird in der Unterstadt eröffnet.
1698
Das St.Georgenhospital in der Lebuser Vorstadt ist fertiggestellt.
Das Haus auf dem Grundstück Junkerstraße 9 wird abgerissen und ein neues errichtet. 200 Jahre lang war es im Besitz des Herrenmeisters des Johanniterordens gewesen bis es 1694 an den Kriegs- und Proviantkommisarius Sohr verkauft wurde. Dieser ließ das neue Bauwerk so kostbar und stattlich einrichten, dass er und seine Erben darüber verarmten.
1699
Samuel Freiherr von Cocceji absolviert seine Doktor Disputation.
Obrist zu Pferde E. W. von Strauß wird Stadtkommandant und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1701
Kurfürst Friedrich III. wird als Friedrich I. König von Preußen.
Oberstleutnant von Friedeborn wird Stadtkommandant und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1702
Nach langen Widerstand durch König Friedrich I. (dem im Vorjahr gekrönten ehemaligen Kurfürsten Friedrich III.) verläßt Bernhard Friedrich Albinus Frankfurt (Oder) und folgt einer Berufung an die Universität Leiden.
Samuel Freiherr von Cocceji wird zum ordentlichen Professor der Rechtswissenschaften an der Frankfurter Universität Viadrina ernannt.
1703
Samuel Freiherr von Cocceji wird von seinem Vater Heinrich von Cocceji an der Frankfurter Universität Viadrina zum Doktor promoviert.
1712
Nach den Tod des Stadtkommandanten Oberstleutnant von Friedeborn wird am 23. Januar Infanterie-Brigadier von Dechen zum Stadtkommandanten ernannt und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1713
Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig), Sohn des Königs Friedrich I., wird König von Preußen.
Von der ehemaligen Frankfurter Stadtbefestigung dienen 23 Türme als Wohnung für "rathäuslich Bedienstete", 23 stehen wüst. Die Türme am Lebuser und Gubener Tor sind abgedeckt und offen und am Brücktor muss die Mauer mit Pfeilern gestützt werden.
1717
Prof. Beckmann stirbt am 6. März in Frankfurt (Oder).
Stadtkommandant Infanterie-Brigadier von Dechen erhält vom König den Auftrag in Gemeinschaft mit dem Commissarius loci für Frankfurt, dem Kriegs- und Steuerrat Hille, das "rathäusliche Wesen" zu untersuchen und zu ordnen.
1719
Die Stadtverfassung wird im Ergebnis der 1717 vom König beauftragten Bemühungen des Stadtkommandanten von Dechen und des Commissarius loci Hille durchgreifend geändert.
Nach dem Tod des Stadtkommandanten von Dechen wird im Juli der Obrist von Lubath vom Kronprinzlichen Regiment zu Pferde Stadtkommandant. Im Dezember folgt ihm Obristleutnant Claus Heinrich von Natzmer vom selben Regiment im Amt, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
1720
Das preußische Regiment Nr. 24 "von Schwendy" erhält in Frankfurt sein Standquartier. In diesem Regiment dient auch Hans Joachim von Zieten als Fähnrich, der von seinem Regimentskommandeur wegen geringer soldatischer Eigenschaften viermal bei der Beförderung übergangen wird, es später jedoch bis zum General bringt. Erster Regimentskommandeur wird Generalmajor Kurd Christoph von Schwerin. Er wohnt im 1698 errichteten Haus Junkerstraße 9.
1722
Obristleutnant De Justet vom Gersdorfschen Regiment wird Stadtkommandant und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1723
Am 19. Mai brennt es in der Lebuser Vorstadt von der Klingemündung bis zum Kietz. 84 Häuser werden zerstört, mindestens sieben Menschen kommen in den Flammen um. Der Brandstiftung beschuldigt wird eine Witwe Sottmeier aus der Ziegelgasse, die unter Folter gesteht. Sie und sechs Mitangeklagte werden verurteilt. Am 3. Oktober wird sie auf dem Galgenberg lebendig verbrannt.
Die Stadt wird verpflichtet, die Stadtmauer in Ordnung zu halten, um Desertionen zu unterbinden.
1727
In Frankfurt und Halle werden gleichzeitig Lehrstühle für Kameralistik eingerichtet, die ersten selbständigen Professuren auf ökonomischem Gebiet in Deutschland. Erster Inhaber des Frankfurter Lehrstuhls wird der Historiker Justus Christoph Dithmar, der mit seinen Schriften die Grundlagen für die Behandlung des Themas schafft.
Obristleutnant von Rüchell wird Stadtkommandant und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1728
Am 28. August erscheint eine Verordnung König Friedrich Wilhelm I. die besagt, daß die Kirchhöfe aus der Stadt zu bringen, die wüsten Stellen zu bebauen und sämtliche Häuser abzuputzen und weiß und gelb anzustreichen seien.
Wüste Stellen werden kostenlos als Baugrund zur Verfügung gestellt. Wer eine wüste Hausstelle innerhalb eines Jahres bebaut, erhält 23% der Baukosten erstattet. Kirchhofsmauern werden abgerissen und die entstehenden Plätze gepflastert.
1729
Professor Dithmar gibt mit der "Oekonomischen Fama" die erste ökonomische Zeitschrift heraus.
1732
Die "Landwehr" wird errichtet, um die Akziseeinnahmen durch möglichst vollständige Erfassung der Handelswaren zu erhöhen. Nicht erst am Stadttor, sondern bereits am "Eingang" der Vorstädte ist zu zahlen. Die Dammvorstadt wird durch Anlegung des "Barrieregrabens" im Norden und des "Schützengrabens" im Osten vom freien Land getrennt. Der Teil Frankfurts westlich der Oder wird durch einen Palisadenzaun eingefasst, für den besonders Eichen in den Auenwäldern gefällt werden. Die Palisaden ziehen sich vom Carthaus über die Weinberge zur Ratsziegelei (Hohenzollernplatz), von dort über den Grünen Weg zur alten Georgenkirche und schließlich wieder zur Oder.
1734
Carl Philipp Emanuel Bach wird an der juristischen Fakultät der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
Am 9. Juni wird Oberst von Künemann aus dem Schwerinschen Regiment wegen zunehmender Augenschwäche aus dem aktiven Dienst entlassen aber als "meriter alter Offizier" zum Frankfurter Stadtkommandanten ernannt und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1736
Die Stadt errichtet ein neues dreistöckiges Schulgebäude gegenüber dem Standort des alten, daß dem Umbau des Marienkirchhofs weichen mußte.
Nach dem Tod des Stadtkommandanten Oberst von Künemann wird Oberst von Camas aus dem Schwerinschen Regiment Stadtkommandant und wohnt im Kommandantenhaus Oderstraße 27.
1739
Seit diesem Jahr haben die Juden mit königlicher Genehmigung einen besonderen Vertreter in Frankfurt. Ein Großteil der Frankfurter Meßgäste waren ostjüdische Einkäufer, die zu den bedeutenden Messen nach Brodny und Dubno weiterzogen. Zur Messe erschienen auch vielfach fremde Rabbiner, die zu Meßgerichten zusammentraten.
1740
Friedrich II. (der Große), Sohn des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., wird am 16. Juni König von Preußen.
1741
Im Lager bei Mulwitz (Mollwitz) überträgt König Friedrich II. am 27. April 1741 Major Friedrich Julius von Schwerin die Frankfurter Stadtkommandantur, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
1742
Ein Brand wütet am 23. Oktober zwischen Forst- und Brücktorstraße.
Zur Versorgung der Garnision wird das erste Magazin errichtet. Der Platz heißt hiernach Magazinplatz (heute Karl-Ritter-Platz).
1743
Der Historiker Prof. Wolf Balthasar Adolf von Steinwehr gründet nach dem Vorbild seines Leipziger Lehrers Johann Christoph Gottsched eine "Deutsche Gesellschaft" zur Förderung der deutschen Sprache. Seine Frau Marianne von Ziegler, schon in Leipzig Mitglied der dortigen Deutschen Gesellschaft, wird als Poetin gefeiert. Die Schauspieltruppe von Johann Friedrich Schönemann kommt aus Leipzig und spielt Ende des Jahres im Ballhaus in der Graupengießergasse.
1744
Die marode Stadtmauer zwischen Lebuser Tor und Siechenturm (Nordostturm) stürzt ein.
1747
Nach dem Tod des Stadtkommandanten Major Friedrich Julius von Schwerin wird Obrist Berend Asmus von Zastrow Stadtkommandant, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
1753
Damit die immer zahlreicher hier stationierten Soldaten ihre Einquartierungshäuser finden, wird angeordnet, die Straßen mit blechernen Tafeln zu kennzeichnen.
1755
Am 10. Juli führt in Anwesenheit Gotthold Ephraim Lessings die Ackermannsche Theatergesellschaft dessen Trauerspiel "Miß Sara Sampson" im Ballhaus in der Graupengießergasse auf. Aus einem Brief an den Dichter Karl Wilhelm Ramler ist zu erfahren: die "Zuschauer haben 3½ Stunden zugehört, stille gesessen wie Statuen und geweint."
Beginn der Errichtung zweier Gebäude für eine Infanteriekaserne an der östlichen Stadtmauer (Uferstraße).
1756
Es wird verordnet, daß "für jede ausländische Elle Seide 100 Thaler Strafe aufzuerlegen seien". Die Wirtschaftspolitik Friedrich II. förderte die sich entwickelnde einheimische Industrie. Die den ausländischen Waren auferlegte erhöhte Akzise wurde aber bald wieder verringert, weil die Händler zum
größten Konkurrenten nach Leipzig abwanderten.
Der Siebenjährige Krieg zwischen Preußen und den mit Österreich verbündeten Ländern beginnt.
1757
Am 25. April trifft den Frankfurter Stadtkommandanten Obrist Berend Asmus von Zastrow bei Aussig ein Büchsenschuss und führt zu seinem Tod. Sein Nachfolger wird Generalmajor von Goltze, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
Am 20. Mai trifft der über Dresden kommende Leichzug des am 6. Mai bei Prag gefallenen Feldmarschall Kurd Christoph von Schwerin auf der Weiterreise nach Schwerinsburg (Pommern) ein. Von Scherin wohnte von 1723 an lange Jahre als Regimentskommandeur und Inhaber des Infanterieregiments "von Schwendy" in Frankfurt. Auf dem Anger wird am 22. Mai die Feier des Sieges in der Prager Schlacht gleichzeitig zur Trauerfeier für von Schwerin. Am 23. Mai verlässt der Leichenzug Frankfurt.
1758
Die beiden 1755 errichteten Gebäude der Infanteriekaserne östlich der Marienkirche in der Uferstraße brennen ab.
1759
Ende Juli besetzt eine russische Vorhut unter General de Villebois die Dammvorstadt. Die kleine Garnison unter Major von Arnim zieht nach kurzer Beschießung ab. General de Villbois nimmt in der Großen Oderstraße 34 Quartier und fordert der Stadt 600.000 Thaler Kontributionen ab. Die später eintreffenden Österreicher stellen die gleiche Forderung. Dank des Verhandlungsgeschicks des Oberbürgermeisters Ungnad wird die Gesamtforderung auf 100.000 Thaler reduziert.
Am 12. August erlebt Friedrich II. seine schwerste Niederlage in der Schlacht bei Kunersdorf, wo die preußische Armee den vereinigten Russen und Österreichern unterliegt. Ihn selbst rettet eine Tabakdose, die eine elf Millimeter große Kugel abhält. 19.000 Mann finden den Tod; unter ihnen Ewald Christian von Kleist, der am 24. August im Hause Prof. Nikolai, Große Oderstraße 37, Ecke Junkerstraße stirbt.
1762
Der Philosophieprofessor Alexander Gottlieb Baumgarten stirbt am 26. Mai in Frankfurt (Oder).
1763
Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges bestimmt König Friedrich II., dass nur wirkliche Festungen einen besonderen Kommandanten erhalten sollen. Verschiedene Obliegenheiten fallen nunmehr den jeweiligen Inhabern des Frankfurter Infanterieregiments zu, die man daher als Kommandanten betrachtete. Generalmajor von Diringshofen übernimmt das Frankfurter Infanterieregiment. Der Neuaufbau von Kasernen beginnt. Zwei von ihnen stehen heute noch direkt an der Oder. Von Diringshofen bezieht das Kommandantenhaus in der Großen Oderstraße, daß zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt wird.
Nach dem Tode Professor Baumgartens beruft der König neue Professoren. Aus Helmstedt kommt der Philologe Peter Immanuel Hartmann,
aus Jena Joachim Georg Darjes.
1770
Die 1755 errichteten und 1758 abgebrannten Kasernengebäude östlich der Marienkirche in der Uferstraße werden wiedererrichtet und um zwei Gebäude entlang der späteren Logenstraße erweitert.
1771
Die Post wird in die Große Oderstraße verlegt. In ihr bisheriges Domizil, das Bischofshaus, zieht die neugegründete Ritterakademie, wo die Söhne des märkischen Adels eine "ritterliche Erziehung" erhalten sollen.
1776
Leopold von Braunschweig wird Frankfurter Regimentskommandeur, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht. Er ist eine Bereicherung für das kulturelle Leben der Stadt. Seine Schwester Anna Amalia macht Weimar zu einem Musenhof.
In Frankfurt gründet sich die Freimaurerloge "Zum aufrichtigen Herzen".
1777
Am 18. Oktober wird Heinrich von Kleist geboren.
Der Frankfurter Regimentskommandeur Leopold von Braunschweig beschließt die Schaffung einer Garnisonsschule. Diese entsteht nach den Plänen des Bauinspektors Knoblauch an der Nordwestecke des Kasernenkomplexes.
1778
Am 26. Januar wird die neugebaute Garnisonsschule in der Kasernenstraße (heute Faberstraße) eröffnet.
1779
Der Potsdamer Bildhauer Melchior Kambly fertigte im Auftrag der Freimaurerloge "Zum aufrichtigen Herzen" ein Ehrendenkmal für den 1759 in der Schlacht bei Kunersdorf gefallenen Ewald Christian von Kleist. Es steht heute noch im Park am Haus der Künste (ehemals Hospital St. Spiritus).
1780
Carl August Wilhelm Berends promoviert in Frankfurt.
1785
Am 28. April bricht während des Frühjahrshochwassers der Damm und die gesamte Dammvorstadt wird überschwemmt. Einziges Todesopfer ist Garnisonskommandant Leopold von Braunschweig, dessen Kahn auf dem Weg zur Rettungsarbeiten umschlägt. Sein Nachfolger als Frankfurter Regimentskommandeur wird Generalmajor von Beville, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
1786
Professor Hartmann läßt in der heutigen Lindenstraße sein Wohnhaus errichten. Das Türmchen, nach dem das Haus auch "Türmchenhaus" genannt wird, nutzt er als Observatorium und ist damit Frankfurts erste Sternwarte.
1787
Alexander und Wilhelm von Humboldt werden an der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
1780
Carl August Wilhelm Berends wird ordentlicher Professor an der Frankfurter Universität Viadrina.
1786
Friedrich Wilhelm II., Sohn des Königs Friedrich II. (der Große), wird König von Preußen.
1790
Heinrich Zschokke wird philosophisch-theologischer Privatdozent an der Frankfurter Universität Viadrina.
1791
Professor Joachim Georg Darjes stirbt. Nach dem Tode seiner Ehefrau beauftragen die Erben Johann Gottfried Schadow mit einem Grabdenkmal, daß noch heute im Park zwischen dem Haus der Künste und der Gertraudkirche steht.
Generalmajor von Frankenberg wird Kommandeur des Frankfurter Regiments, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
Der ehemalige preußische Offizier Georg Michael Rehfeldt zieht als Postmeister ins Frankfurter Postamt ein.
1792
Die Zugbrücke an der Kuhburg wird durch einen Damm ersetzt, was den Turm überflüssig macht.
1793
Der Turm an der Kuhburg wird abgerissen.
1795
Generalmajor von Grünberg wird Kommandeur des Frankfurter Regiments, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
1797
Friedrich Wilhelm II., Sohn des Königs Friedrich Wilhelm II., wird König von Preußen.
Georg Michael Rehfeldt erhält den Titel eines königlichen "Post-Directores", erhält mit einem Einkommen von 1200 Thalern jährlich 200 Thaler mehr als der Bürgermeister und ist damit der höchstbezahlte Beamte in der Frankfurt.
1799
Heinrich von Kleist wird an der Frankfurter Universität Viadrina immatrikuliert.
Oberst von Zenge wird Kommandeur des Frankfurter Regiments, der in das Kommandantenhaus Oderstraße 27 einzieht.
1800
Am 19. April wird Franz Freiherr von Gaudy als Sohn eines preußischen Generalleutnants in Frankfurt (Oder) geboren.
1806
Seit Oktober ist die Stadt Garnisons- und Etappenort der Napoleonischen Armee. Im Hause Oderstraße 46 wird eine französische Poststation eingerichtet. Geleitet wird sie durch den directeur divisionaire Boteux aus Besancon. Vor dem Haus hängt ein Kasten, in den die französischen Soldaten ihre unfrankierten Briefe einwerfen können.
1807
Marschall Gerhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt (16.12.1742 - 12.9.1819), von den Frankfurtern herzlich begrüßt, hält sich in der Stadt auf.
Marschall Gerhard Leberecht von Blücher
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1808
Generalmajor von Kleist, Befehlshaber der Schlesischen Brigade wird Kommandeur des Frankfurter Regiments.
1809
Die Städteordung wird eingeführt und ersetzt die 1719 zuletzt durchgreifend geänderte Stadtverfassung.
1811
Anfang Februar 1811 erreicht die Frankfurter die endgültige Nachricht von der Verlegung der Universität nach Breslau. Grund ist die im Vorjahr von Wilhelm von Humboldt in Berlin eröffnete Universität. Am 10. August findet das Abschiedsfest der Studenten statt.
1812
Frankfurt liegt auf der Marschroute der Großen Armee Napoleons nach Rußland. Im April schlägt der französische Marschall Ney in der Stadt sein Quartier auf.
1813
Nach ihrer Niederlage strömen die Reste der Napoleonischen Armee an Januar durch Frankfurt und brennen Ende Februar aus Angst vor den nachrückenden Russen die Oderbrücke ab. Anfang März verläßt die letzte französische Besatzung die Stadt. Nach einer Verordnung vom 17. März bildet sich eine Landwehr aus Freiwilligen. Eine der vier Kompanien unterstand Justizkommissarius Bardeleben, eine andere einem Bruder des Theologieprofessors Christian Wilhelm Spieker, der selbst als Feldprediger mitzog.
1814
Am 31. Juli kehrt das 3. Kurmärkische Landwehr-Infanterie-Regiment nach Frankfurt zurück. Dem Einzug reiten zwölf blasende Frankfurter Postillone voran.
Am 31. August nimmt Marschall von Blücher auf der Durchreise nach Schlesien im Haus Oderstraße 37 Quartier und wird von zahlreichen Frankfurtern begrüßt, die ihn noch von seinem Aufenthalt 1807 her kennen. Das Eckhaus an der Kreuzung von Oder- und Junkerstraße gehört derzeit dem Kaufmann Rudelius, 1759 war hierin Ewald von Kleist gestorben.
1815
Als Ersatz für die Verlegung der Universität nach Breslau wird Frankfurt zum 1. Januar 1816 Sitz der Regierung der Neumark und des Oberlandesgerichtes. Erster Frankfurter Regierungspräsident wird der ehemalige Viadrina-Student Ludwig Wißmann.
Dem aus den Befreiungskriegen heimkehrenden Generalmajor von Kleist, seit 1808 Kommandeur des Frankfurter Regiments, wird von den Frankfurtern ein begeisterter Empfang bereitet.
1816
Nachdem im Nordosten der Dammvorstadt im freien Gelände ein neuer Pulverturm entstanden ist, wird der bis dahin als Pulverturm dienende Nordwestturm der Stadtbefestigung abgerissen.
1820
Das Hausnummernsystem wird eingeführt.
1821
Der Abbruch des Gubener und des Lebuser Stadttores geben der Stadterweiterung, vor allem nach Süden und Südwesten, neue Impulse.
Die Postverwaltung erwirbt das Alte Kommandantenhaus (Oderstraße 27), um das Postamt vom benachbarten Alten Posthaus (Oderstraße 29) dorthin zu verlegen.
1822
Graf Helmuth von Moltke tritt als jüngster Secondeleutnant in das Frankfurter Leib-Infanterieregiment ein. Er wohnt im Haus Oderstraße 34, bis er 1823 Frankfurt verlässt.
1824
Der Generalpostmeister von Nagler erteilt, erstmals in Preußen, dem Postamt Frankfurt den Auftrag, versuchsweise eine "Landfußbotenpost" einzurichten. Bisher mußten sich die Landgemeinden die eingegangenen Dienst- und Privatbriefe selbst abholen, ab dem 1. September werden sie ihnen regelmäßig ins Haus gebracht. Nach fünf Monaten übersteigen die Aufwendungen die Einnahmen um das Dreifache.
1826
Der Kreis Frankfurt (Oder) wird aufgelöst, die Stadt wird kreisfrei.
Mit der neuen Regierung kommt auch deren Drucker Carl Gottlob Trowitzsch nach Frankfurt. Er erwirbt vom letzten Universitätsdrucker Christian Ludwig Apitz das Haus Forststraße 3 und übernimmt den Druck der seit 1811 von Professor Christian Wilhelm Spieker herausgegebenen "Frankfurter Patriotischen Wochenblätter", der provinzgrößten Zeitung.
Einsturz des Südturmes der Marienkirche am 15. Mai.
1827
Mit der Öffnung der westlichen Stadtmauer werden auch die Wallanlagen überflüssig.
1828
Prof. Wünsch stirbt und wird auf dem alten Friedhof beigesetzt.
1832
Carl Wilhelm Wiecke wird Direktor der Frankfurter Oberschule.
1835
Es wird begonnen, die mit der Öffnung der westlichen Stadtmauer 1827 überflüssig gewordenen Wallanlagen nach Plänen Lennés in eine Parkanlage umzuwandeln.
Der Siechturm (Nordostturm) der Stadtbefestigung wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht das erste nennenswerte städtische Krankenhaus.
Der Stadtkommandant zieht aus dem Haus Oderstraße 27 aus, das seit 1657 die Stadtkommandanten beherbergte. Den Namen "Alte Kommandantur" oder "Kommandantenhaus" behält es bis zu seiner Zerstörung im April 1945.
1842
Einweihung der Bahnlinie Berlin - Frankfurt (Oder)
1843
Anton von Werner wird am 9. Mai als Sproß einer alten märkischen Offiziersfamilie in Frankfurt (Oder) geboren.
1844
Baubeginn für die Freimaurerloge "Zum aufrichtigen Herzen" (in der heutigen Logenstraße).
1846
Das Gebäude der Freimaurerloge "Zum aufrichtigen Herzen" ist fertiggestellt. Der zweigeschossige
spätklassizistische Putzbau mit dreigeschossigem Mittelteil, der Spiegelsaal und der Garten dienen den
Mitgliedern und deren Angehörigen neben der Logenarbeit der Geselligkeit.
1848
Nach der Märzrevolution in Berlin wird der monarchistische General von Thile entlassen und setzt sich bei seinem Bruder in Frankfurt (Oder) zur Ruhe. Carl Wilhelm Wiecke ist Abgeordneter der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt am Main.
1852
Heinrich Karl Ludwig Bardeleben stirbt am 23. März,
Ludwig Gustav von Thile am 21. November in Frankfurt (Oder).
König Friedrich Wilhelm IV. folgt seinem Sarg bis zum Kirchhof und setzt ihm ein Grabmal mit
der Inschrift: "Seinem theuren Freunde und bewährten Rathe König Friedrich Wilhelm IV. in treuer Dankbarkeit."
1853
Hermann von Wißmann, Erforscher und Kolonialist in Afrika, zeitweise Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, wird am 4. September im Haus Lindenstraße 9 geboren.
1862
Frankfurt (Oder) ist 22.716 Morgen groß.
In Frankfurt kommt es zur Gründung einer Filiale des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) nach dem Muster des von Ferdinand Lasalle 1863 in Leipzig gegründeten Arbeitervereins.
1863
Um- und Ausbau der 1755 errichtenen, 1758 abgebrannten und 1770 wiedererrichteten Gebäude 1 und 2 der Infanteriekaserne östlich der Marienkirche in der Uferstraße.
1869
Die Zimmerer streiken vom 19. Mai bis zum 14. Juni für einheitliche Minimallohnsätze. Der Streik wird von einem der
Organisatoren der Frankfurter Filiale des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), dem Zimmergesellen und
Bauhandwerker Ferdinand Linke geleitet. Die Lohnforderungen der Zimmergesellen bringen auch ans Tageslicht, dass
die Zimmermeister den Auftraggebern durchaus höhere Gesellenlöhne in Rechnung gestellt hatten.
Im "Volksgarten" findet am 1. August die Wahl eines Delegierten zum Gründungskongress der
Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) in Eisenach vom 7. - 9. August statt. Vermutlich vertritt
der Zimmerer Carl Finn aus Berlin die Frankfurter Filiale des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV).
1871
Baubeginn für mehrere Kasernen im Westen der Stadt
1872
Die Wahl eines Vertrauensmannes für Frankfurt auf dem Mainzer Kongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) im September lässt auf die Existenz einer eigenen kleinen Gruppe dieser Partei in Frankfurt schließen.
1880
Abriss der 1770 errichteten Gebäude 3 und 4 der Infanteriekaserne östlich der Marienkirche in der Uferstraße zu Gunsten eines Neubaus.
1886
Am 14.September wird Erich Hoepner in Frankfurt, Halbe Stadt 24 geboren.
1891
Am 19. Januar wird das Frankfurter Telefonnetz mit 71 Teilnehmern eröffnet. Am 10. Dezember findet die
feierliche Einweihung des Lutherstiftes statt. Anwesend sind der Regierungspräsident von Puttkamer, der
Generalsuperintendent Dr. Braun aus Berlin und der Bauleiter, der königliche Bauinspektor Hesse.
1895
Einweihung der ersten steinernen Oderbrücke
1896
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Bau einer elektrischen Straßenbahn mit drei Linien
am 19. März.
1898
Am 23. Januar Betriebsaufnahme der Straßenbahn auf den Linien: Chausseehaus (Buschmühlenweg) - Wilhelmsplatz (Platz der Republik) - Berliner Straße (Karl-Marx-Straße) und Schützenhaus (Słubice, Polen) - Wilhelmsplatz - Beresinchen. Am 8. Februar Inbetriebnahme der Strecke Bahnhofstraße - Bahnhof. Erster Spatenstich am neuen Regierungsgebäude in der Großen Scharrnstraße. Baubeginn am neuen Postamt am Wilhelmsplatz.
1900
Frankfurt (Oder) ist 5.963 Hektar groß.
1901
Konrad Wachsmann wird im Haus der Apotheke "Schwarzer Adler" geboren.
1902
Fertigstellung des neuen Postamtes am Wilhelmsplatz.
1903
Gottfried Benn legt in Frankfurt (Oder) das Abitur ab.
1908
Streckenverlängerung der Straßenbahn von Paulinenhof bis Hellweg
1911
Klabund macht in Frankfurt (Oder) das Abitur.
Am 25. April, dem ersten Tag des neuen Schuljahres und dem 100. Jahrestag des Auszugs der letzten Studenten der Frankfurt Universität Viadrina nach deren Aufhebung 1811, ziehen 714 Schüler unter der Leitung von Dr. Agahd in das neue Schulgebäude (heute "Karl-Liebknecht-Gymnasium") an der Kaiserstraße (heute Rosa-Luxemburg-Straße) ein. Das Schulgrundstück mit einer Ausdehnung von fast 6.000 m2 liegt auf einer Anhöhe, die ganz Frankfurt überragt.. Davon nimmt über die Hälfte der Fläche der Schulhof ein. Die Baukosten betrugen 812.000 Reichsmark, Stadtbaurat Schwatlo wurde die Gesamtleitung der Bauausführung übertragen.
1919
Herrmann Weingärtner, Olympiasieger bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 und Betreiber der Herrenbadeanstalt auf dem Ziegenwerder, ertrinkt bei dem (gescheiterten) Rettungsversuch eines Badenden.
1920
In Frankfurt gibt es 1500 Fernsprechanschlüssen, die oberirdisch mit dem Postamt am Wilhelmsplatz verbunden sind.
1922
Übernahme des Straßenbahnbetriebes durch die Frankfurter Elektrizitätswerke AG.
1925
Im Juni Änderung der Linienführung bei der Straßenbahn, verbunden mit Kennzeichnung durch Zahlen:
Linie 1: Bahnhof - Schlachthof
Linie 2 : Kasernen - Schützenhaus
Linie 3 : Wilhelmsplatz - Bersinchen
Linie 4 : Wilhelmsplatz - Chausseehaus
Am 1. Oktober Erweiterung der Linienführung Linie 3: Beresinchen - Chausseehaus, Einstellung der Linie 4.
1927
Streckenverlängerung der Straßenbahn-Linie 2 vom Schützenhaus bis zum Stadion an den Kleisthöhen (Słubice, Polen) für den Ausflugsverkehr.
Am 10. April wird das erste automatische Wählamt für Telefongespräche in Frankfurt in Betrieb genommen.
Die Anzahl der Fernsprechanschlüsse steigt schlagartig auf 3.000 an und die Dachgestänge werden durch
unterirdische Kabelanlagen ersetzt.
1931
Frankfurt (Oder) ist 7.047 Hektar groß.
1936
Am 14. Juli Streckenverlängerung der Straßenbahn-Linie 2 von den Kasernen bis Westkreuz.
1938
Änderung der Linienführung der Straßenbahn-Linien 2, 3 und 4:
Linie 2 : Westkreuz - Rathaus - Dammvorstadt (früher Schützenhaus) - Stadion an den Kleisthöhen
Linie 3 : Beresinchen - Rathaus
Linie 4 : Wilhelmsplatz - Buschmühlenweg
1939
In Frankfurt gibt es 7.500 Fernsprechanschlüsse.
1942
In der Nähe des Gutes Gronenfelde wird ein Lager für verschleppte Bürger aus
Polen und der Sowjetunion eingerichtet.
1943
Die Chorfenster der Marienkirche werden
vorsichtig ausgeglast und in Sicherheit gebracht.
1945
Die Stadt wird am 26. Januar zur Festung erklärt und evakuiert. Nach Räumung der Dammvorstadt
sprengt die Wehrmacht die Oderbrücke. Vermutlich durch Brandstiftung kommt es vom 20.
- 22. April zu ersten großen Bränden. Die Rote Armee
besetzt am 23. April die Stadt, Oberst Alexejew wird Stadtkommandant. Durch Brandstiftungen in den
folgenden Tagen wird die Innenstadt zu 93% zerstört. Schon im Mai wird durch eine provisorische
Brücke die Verbindung zur Dammvorstadt wieder hergestellt. Entsprechend dem Potsdamer Abkommen
wird Frankfurt (Oder) Grenzstadt. Die Dammvorstadt wird abgetrennt, innerhalb von zwei Tagen
vollständig geräumt und zur heutigen polnischen Nachbarstadt Frankfurts, Słubice. Die
sowjetische Stadtkommandantur setzt eine provisorische Stadtverwaltung mit dem Arzt Dr. Ernst Ruge als
Oberbürgermeister und den drei Bezirksbürgermeistern Oskar Wegener, Irmgard Paetsch und
Martin Kußmann ein. Am 10. Juli Wiederinbetriebnahme des Straßenbahnverkehrs auf der Linie Wilhelmsplatz - Beresinchen.
Am 28. September wird das gesamte Streckennetz der Straßenbahn mit Ausnahme des Streckenabschnittes östlich der Oder wieder betrieben.
1946
Am 27. Juli trifft der erste Heimkehrertransport in Frankfurt ein. Das Lager bei Gronenfelde wird zum
sogenannten "Heimkehrerlager Gronenfelde" ausgebaut.
1947
Der Stadtkreis bildet sich per Landtagsgesetz und einem Beschluß des Frankfurter Magistrats
unter Eingemeindung der Dörfer Kliestow, Rosengarten, Lichtenberg, Markendorf und Güldendorf.
Am 21. Dezember Änderung des Liniennetzes der Straßenbahn:
Linie 1 : Bahnhof - Markt
Linie 2 : Westkreuz - Schlachthof
Linie 3 : Beresinchen - Buschmühlenweg
1951
Beginn des Wiederaufbaus der Stadt. Die Bahnhofstraße wird nach
Entwürfen des Berliner Architekten Henselmann bebaut. Es herrscht
eine Innenstadtbebauung mit viel Licht und Grün vor.
1952
Unterzeichnung der Urkunde über die Markierung der Staatsgrenze
zu Polen.
Frankfurt wird Bezirksstadt, d.h. Verwaltungszentrum eines der fünfzehn Bezirke der DDR
(Berlin, Cottbus, Dresden, Erfurt, Frankfurt(Oder), Gera, Halle (Saale), Karl-Marx-Stadt,
Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Potsdam, Rostock, Schwerin, Suhl), die nach ihren
Hauptstädten benannt werden.
1958
Im Juli werden die letzten sichtbaren Teile der Stadtmauer abgerissen.
1962
Das historische Universitätsgebäude wird abgerissen. Dieser heute schwer zu
verstehende Beschluß unter der Bürgermeisterin Lucie Hein findet in einer
Atmosphäre statt, die Geschichte aus politischen Gründen verändern will
- horrender Blödsinn, Geschichte läßt sich nicht ändern - aber dem
Geist der Zeit geschuldet.
1971
Änderung des Linniennetzes der Straßenbahn:
Linie 1 : Bahnhof - Stadion
Linie 2 : Westkreuz - Lebuser Vorstadt
Linie 3 : Beresinchen - Lebuser Vorstadt
1972
Hohenwalde und Lossow werden eingemeindet.
1973
Untersuchungen zur Einstellung des Straßenbahnverkehrs und Umstellung auf Omnibusverkehr.
Im Ergebnis dieser Untersuchung wird eine Konzeption zum Ausbau des Straßenbahnnetzes erarbeitet.
Mit Beschluß des Bezirkstages vom 13. Dezember gehört Booßen zur Stadt,
die damit ihre heutige Größe von 148 km² erreicht.
1976
Am 5. April Inbetriebnahme der Neubaustrecke Beresinchen - Kopernikusstraße mit einer Länge von 1,03 km. Am
5. Juli Inbetriebnahme der Linie 4: Kopernikusstraße - Stadion.
1970 - 1990
Errichtung großer Plattenbausiedlungen auf der grünen Wiese ("Hansa Nord" und "Neuberesinchen"), Verdichtung der Innenstadt (Scharrnstraße)
Am Karl-Ritter-Platz brennt das 1742 errichtete erste Garnisionsmagazin ab.
1980
Inbetriebnahme der Straßenbahn-Neubaustrecke Bahnhofstraße - Dresdener Straße - Wilhelm-Pieck-Straße (heute: Leipziger Straße
und zweier Straßenbahnbrücken mit einer Streckenlänge von 1,95 km; Stillegung des bisherigen Streckenabschnittes
Wilhelm-Pieck-Straße.
1981
Abriss des 1770 errichteten und 1863 umgebauten Gebäudes 2 der ehemaligen Infanteriekaserne östlich der Marienkirche in der Uferstraße.
1982
Einsatz der Straßenbahnlinie 5 : Neuberesinchen - Westkreuz.
1983
Inbetriebnahme der Straßenbahnstrecke Wilhelm-Pieck-Straße mit zentraler Umsteigestelle. Neue Linienführung der Straßenbahn:
Linie 1 : Neubersinchen - Lebuser Vorstadt
Linie 2 : Westkreuz - Stadion
Linie 3 : Kopernikusstraße - Lebuser Vorstadt
Linie 4 : Kopernikusstraße - Stadion
Linie 5 : Neubersinchen - Westkreuz
1984
Baubeginn der Neubaustrecke nach Markendorf mit einer Länge von 6,4 km.
1985
Inbetriebnahme der Straßen- und Straßenbahnbrücke in der Ernst-Thälmann-Straße.
1990
Zusammenbruch und Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik
Deutschland. Infolgedessen Umwälzung des Lebens in allen Bereichen
(Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Bildung, ...)
seit 1991
Sanierung der Bausubstanz, Lückenbebauung und Sichtbarmachung
historischer Straßenzüge
1993
Meldung der TAZ Nr. 3919 vom 27.01.1993 Seite 4
"Grünes Licht" gab der Wissenschaftsrat für den Aufbau der
"Europa-Universität Viadrina" in Frankfurt/Oder. Mit der Aufnahme ins
deutsche Hochschulverzeichnis muß der Bund die Hälfte der Investitionen des
Landes Brandenburg mittragen. Im Wissenschaftsrat bestehen jedoch nach wie
vor Bedenken über die Finanzierung der Hochschule.
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